Unser Safran


Safran gilt als das rotes Gold unter den Gewürzen. In vielen orientalischen Ländern ist es fester Bestandteil der traditionellen Küche. Aber auch in Europa findet Safran verstärkt den Weg in die Gourmetküchen. Kein Wunder, entfaltet doch schon die kleinste Portion Safran bspw. in einem einfachen Reisgericht sein wundervolles Aroma. Die Einsatzmöglichkeiten des Safrans in der Küche sind vielfältig. Bei Sterneköchen gehört das Gewürz zum festen Bestandteil ihrer Küche. Die internationale Nachfrage steigt und der afghanische Safran gehört zu der Premiumkategorie des Edelgewürzes.

Crocus Sativus, so der wissenschaftliche Name des Safrans, gehört zu der Gattung der Krokusse. Für uns von Interesse ist allerdings nicht die gesamte Safranpflanze, sondern lediglich die drei Fäden in der Mitte der Blüte, die vorsichtig von Hand gepflückt werden. Für einen Kilogramm Safranernte benötigt man bis zu 200.000 Safranblüten. Die Ernte des Safrans wird dadurch als mühselige Handarbeit. Seit einigen Jahren ist nun auch Afghanistan Teil der Safrananbaufamilie und besticht dabei durch seine besondere Qualität. Den Weg zum europäischen Konsumenten schafft der afghanische Safran aber im Gegensatz zu anderen Anbaugebieten kaum. Das liegt vor allem an der konfliktträchtigen und instabilen Lage im Land. Dabei könnte der Safranverkauf vielen Haushalten in Afghanistan eine wirtschaftliche Perspektive bieten. An diesem Punkt setzt unsere Geschäftsidee an. Uns ist es gelungen, mit verschiedenen Safranbauern aus Afghanistan in Kontakt zu treten und mit ihnen ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. Letztlich haben wir uns für einen Lieferanten entschieden, der vor allem Frauen auf seinen Safranfeldern ein Beschäftigungsverhältnis ermöglicht. Unser Ziel ist es, mit dem Import und Verkauf des Safrans aus Afghanistan die Idee zu unterstützen, dass sich Menschen in Afghanistan eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive in ihrer Heimat aufbauen können. Im besonderen Fokus stehen hierbei Frauen, die in der Safranernte beschäftigt sind. Die Umsetzung dieser Geschäftsidee verstehen wir als praktischen Ansatz zur Umsetzung der Bekämpfung von Fluchtursachen in Afghanistan.


Safran statt Mohn

Der Anbau von Safran hat in Afghanistan noch keine sehr lange Geschichte. Doch in den letzten Jahren ist ein bemerkenswerter Trend bei vielen Farmern zu erkennen: Mohnplantagen werden zugunsten des Anbaus von Safran aufgegeben. Doch noch sind viele der Landwirte sehr vorsichtig. Die Frage, ob sie ihren Safran veräußern können, ist zugleich eine Frage, die über die persönliche Zukunft vieler Menschen entscheidet, die sich diesen gewagten Schritt getraut haben. Neben der allgemeinen Unsicherheit wegen den regelmäßigen Anschlägen in allen Teilen des Landes, ist es vor allem die wirtschaftliche Perspektivlosigkeit, welche die  Menschen in Afghanistan letztlich dazu bewegt, ihre Heimat zu verlassen. Der Safrananbau bedeutet für viele Menschen eine neue Hoffnung. Wir wollen mit unserer Geschäftsidee daran mitwirken, dass diese Hoffnung zur Realität wird und die Menschen in ihrer Heimat ein würdevolles Leben führen können.


Beschäftigungsmöglichkeit für Frauen

Die Beschäftigung von Frauen in Afghanistan ist uns ein Herzensanliegen. Denn der Zugang für Frauen auf den Arbeitsmarkt im Land gestaltet sich äußerst schwierig. Die wirtschaftliche Abhängigkeit durch die Männer in der Familie (Vater, Ehemann etc.) ist dadurch enorm. Auch verwitwete Frauen leiden unter denselben Problemen, was durch das Fehlen eines Ernährers in der Familie die Situation noch weiter verschärft. Die Beschäftigung von Frauen auf Safranfeldern stellt in diesem Zusammenhang einen wichtigen Schritt für die gesellschaftliche Akzeptanz der Teilhabe von Frauen am Wirtschaftsleben dar.

Um allerdings diesen Schritt möglich zu machen, müssen die Bedingungen geschaffen werden, unter denen Frauen mit einem guten Gefühl arbeiten gehen können. Dazu gehört insbesondere die Betreuung der Kinder während der Arbeitszeit. Auch Weiterbildungsmaßnahmen für die beschäftigten Frauen sind von besonderer Wichtigkeit. Betreuungs- und Bildungsangebote, die sich sowohl an die Frauen als auch ihre Kinder richten, müssen geschaffen werden. Die Schaffung von solchen Möglichkeiten begreifen wir perspektivisch als Teil unserer Verantwortung. Ein weiterer Schritt in diesem Zusammenhang ist der Aufbau von Frauenkollektiven, die auf ihren eigenen Felder Safran anbauen und ernten können, ohne sich in der Abhängigkeit eines Farmers oder des Großgrundbesitzer zu befinden. Der Aufbau und die Zusammenarbeit mit solchen Kooperativen ist ebenfalls ein zentrales Vorhaben unseres Unternehmens.

Der Kunde hat bei uns die Möglichkeit zu einem fairen Preis qualitativ hochwertigen Safran zu erwerben und dabei zugleich Gutes zu leisten. Unser Safran wurde in deutschen Laboren geprüft. Demnach entspricht unser Safran der ISO-Norm 3632-2 und fällt mit einem Crocin-Wert von 191 in die höchste internationale Gütekategorie für Safran.


Ein Produkt – Viele Gewinner

Unser wichtigster Kooperationspartner ist der Safranlandwirt in Afghanistan. Es gehört zu unserem Konzept, dass die Zusammenarbeit mit ihm nicht bloß auf einem anonymen Käufer-Verkäufer-Verhältnis beruht. Wir zielen darauf ab, eine vertrauenswürdige und loyale Kooperation mit den Landwirten aufzubauen. Dazu gehört, dass dieser einen fairen Preis für seine Ernte von uns erwarten kann. Wir hingegen erwarten neben qualitativ hochwertigem Safran auch, dass der Farmer die Beschäftigung von Frauen auf seinem Feld ermöglicht und diese gerecht entlohnt. Es entsteht eine Kooperation, von der viele Seiten profitieren: Von der afghanischen Frau, die ihre Familie ernähren kann, bis hin zum Konsumenten in Deutschland, der für einen fairen Preis Safran erwerben und dabei auch etwas Gutes tun kann. Es ist uns bereits erfolgreich gelungen, die ersten Verkäufe an Privathaushalte zu realisieren. Derzeit führen wir zudem mit verschiedenen potentiellen Großkunden Gespräche, um erste größere Verkäufe in die Wege zu leiten.